Über den Balkan wieder ans Meer

Weiter ging es wunderbar and der dalmatischen Küste entlang.

Soweit war das Wetter ganz gut, solange nicht der kalte Wind von den Bergen herab blies. Ich hatte das Gefühl, je steiler und näher die schneebedeckten Berge, desto stärker der Wind. Das konnte ganz schön lästig werden.
Ich war mittlerweile total aufs Zelten eingestellt. Natürlich waren die Zeltplätze noch „geschlossen“, aber keinen störte es, wenn ich trotzdem dort mein Zelt aufgeschlagen hatte. Auch sonst waren die Kroatier recht freizügig. Eigentlich kann man überall zelten.
Die Hauptstrassen waren in einem sehr guten Zustand. Die Nebenwege konnten in Feldwege übergehen, was mir überhaupt nichts ausmachte, das ist meistens viel interessanter.

Bevor ich nach Dubrovnik kam, musste ich ein kurzes Stücck durch Bosnien Herzegowina. Diese paar Kilometer dem Meer entlang wurden dem Land zugestanden, damit sie auch noch einen Zugang zum Meer haben. Ca 9km bin ich gefahren, dann war ich wieder in Kroatien.

Die Grenznähe ist überhaupt nicht bevölkert. Man hat mich auch vor Landmienen gewarnt, die irgendwo immer noch herum liegen. Entlang der Strasse sollte ich sicher sein.
Vor Dubrovnik verstärkte sich der Verkehr und es kamen auch noch ein paar Dörfer. Kurz nach dem Krieg, 1996/97 war ich schon mal hier, da hat es noch ganz anders ausgesehen. Alles wurde neu gemacht, leider hauptsächlich für Autofahrer. So führt jetzt eine hohe Brücke über den Fluss und da ich mich nicht so gut auskannte, fand ich keinen Weg gleich am Anfang der Stadt hinunter ans Meer.

Der ganze Verkehr wird oberhalb der Stadt vorbei geleitet, man hat zwar eine schöne Aussicht, mich hat es geärgert, da ich noch ein paar Dinge einkaufen wollte, wie Landkarten etc…
Erst ganz am anderen Ende der Stadt ging eine steile Strasse hinunter direkt in die Altstadt.

Dieser Teil ist eigentlich auch nichts für Fahrradfahrer. Man kann nur auf dem Hauptweg einmal durch. Links und rechts in den Gassen sind nur Treppen. Trotzdem ich war wieder ein wenig versöhnt, die Altstadt ist immer wieder ein Erlebnis, natürlich viel exklusiver und touristischer als vor 15 Jahren, hat aber immer noch ihren Charme. Und ich habe sogar noch eine landkarte von Albanien gefunden.

Hier war es auch das erste mal, dass ich ein Touristeninformation gefunden hatte. Allerdings wäre ich dafür, dass jeder, egal wo, der in diesem Sektor arbeitet, die Gegend mit dem Fahrrad erkunden sollte. Meistens habe ich das Gefühl, sie kennen ihre Umgebung überhaupt nicht.

Egal, ich fand meinen Weg wieder heraus, und wenn man damit rechnet, dass man sich eh nicht darauf verlassen kann, was man gesagt bekommt, ist es auch nicht so schlimm, wenn alles anders kommt.
So musste ich trotz allem wieder den Berg hoch, hatte dafür nochmals eine schön Aussicht auf die Altstadt.

Ich wollte noch ein Stück weiter, ich hatte eine Einladung in einen Naturpark fast an der Grenze zu Montenegro, noch ca 27km, eigentlich nicht so wild. Nur wenn die letzten 12 km nur bergauf gehen. Mir war es inzwischen egal, wahrscheinlich auch ein Zeichen, dass ich alt werde, ich muss nicht mehr jeden Berg hochfahren. Wenn ich nicht mehr möchte, schiebe ich halt ein Stück. Wohlweislich habe ich auch noch Wasser besorgt, dass ich im Notfall auch irgendwo zelten konnte.
Es wurde immer später, ich kam immer höher. Trotz alledem war es ein Genuss, die Aussicht und der Sonnenuntergang.
Und irgendwann hatte ich es wiedereinmal geschafft. Ich hatte zwar keine Ahnung was mich erwartete, aber als ich zwei gelbe Hütten am Strassenrand stehen sah, mit alten Fahrrädern im Garten, wusste ich, ich bin angekommen.
Nur einmal laut gerufen und Marco kam heraus. Sein Telefon und Internet funktionierte nicht, darum war er nicht sicher, ob ich noch komme. Trotz allem, sofort hiess er mich herzlich willkommen, der Anfang von sehr interessanten Gesprächen und Erzählungen.
Nach einer warmen Dusche und etwas zum Essen, ging es mir auch schon wieder viel besser, d.h. eigentlich ging es mir schon wieder recht gut, als ich angekommen war. Wegen den Steigungen, die in meinen Beinen steckten, dazu noch der Raki, wurde es nicht spät. Schnell war mir klar, ich bleibe hier 2 Nächte, einen so gemütlichen Ort zur Erholung finde ich nicht mehr so schnell, ausserdem hatten wir uns viel zu erzählen.

Es gibt wahrscheinlich nicht viele Menschen, die so ein turbulentes Leben  hatten. Mit 17 aus Jugoslawien geflohen, indem er 4 Tage nach Italien gerudert war und dort fast ein Jahr in einem Flüchtlingslager verbracht hatte, bis Kanada sich bereit erklärt hatte, ihn aufzunehmen…

Trotzdem, auch wenn es noch so schön und ruhig ist, ich kann nicht ewig hier bleiben. Am nächsten Tag bin ich weiter.

Kaum hätte ich den kleinen Grenzübergang nach Montenegro gefunden. Die Strasse wird neu gemacht und war nur Schotterpiste mit immer wieder Abzweigungen, die ins Nichts führten. Leider wurde auf der Baustelle nicht gearbeitet. Es war kein Mensch weit und breit. Schlussendlich habe ich doch die richtige Strasse gefunden und dann kam tatschlich auch noch ein Grenzübergang. Die Grenzer waren aber nicht gerade begeistert jetzt endlich etwas zu tun zu haben.

Die Währung von Montenegro ist Euro! Das war für mich ein bisschen befremdlich, das Land gehört nicht zu den Euroländern. Es hat sich aber ganz schön herausgeputzt. Die Küste dort ist viel bebauter als in Kroatien. Mal schön, mal fürchterlich. Ich dachte, man wäre von den Hotelburgen abgekommen, hier in Budva werde sie immer noch gebaut.
Dahinter wird es dann wieder richtig schön mit der Halbinsel Sveti Stefan, Heiliger Stefan.

Dahinter habe wieder einen Zeltplatz gefunden, der eigentlich noch nicht in Betrieb war. Es war aber 2 Dauercamper, die meinten, ich könne ruhig hier bleiben. Von dort oben hatte ich einen herlichen Blick und einen wunderbaren Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag ging es noch etwas bergig weiter, aber bei dieser Aussicht, macht das nicht viel aus.

Da möchte man gar nicht schnell durchfahren.

Ca 30km vor der albanischen Grenze habe ich mich vom Meer verabschiedet und bin eine kleine Nebenstrasse, den Berg hoch. Dort oben hatte ich eine schöne Aussicht, es war kaum Verkehr, keine Wegweiser nichts. Nur die vollbepackten italienischen Autos, die in meine Richtung gefahren sind, zeigten mir, dass ich richtig war.
Auch hier war wieder eine Baustelle vor der Grenze. Die müssen hier mit einem Touristenstrom rechnen und machen jetzt die Strassen schon einmal breit genug, dass das dickstse Wohnmobil durchpasst.

Gleich hinter der Grenze merkt man, dass man in einer anderen Welt angekommenn ist. Albanien ist das einzige Entwicklungsland in Europa. Die Armut riecht, sieht und fühlt man. Es wird alles verbrannt, was weiss ich, was die theanken, überall liegt Dreck hrum, Plastiktüten ohne Ende und die Strassen sind so schlecht, da kommt meine Magura Federgabel so richtig zum Einsatz.
Wurden zuerst die Katholischen Kirchen von den Orthodoxen abgelöst, sieht man jetzt immer mehr Minarette.

Es war Samstag, Spätnachmittag, als ich in Albanien angekommen bin, ohne albanisches Geld. Ich mussste mir überlegen, wo und wie ich übernachten wollte. Die Gegend hatte zuerst nicht gerade zum Zelten eingeladen und Hotels gab es nicht, ich hatte ja auch kein Geld, wobei Euro hätten sie sicher auch liebend gern genommen.
Dann kam Ackerland und dahinter ein Fluss. Da konnte ich mir vorstellen zu zelten. Als ein freistehendes Restaurant kam, direkt am Fluss, habe ich eigentlich fragen wollen, ob ich links oder rechts davon zelten könne. Mir wurde aber gleich ein Platz in ihrem Garten, direkt am Fluss angeboten. Äusserst nett. Allerdings bin ich am Abend nicht mehr ins Restaurant, was voll von Männern war. Ich wollte nicht noch mehr Aufsehen erregen. Ich habe aber auch nicht vor meinem Zelt gekocht, soviel Anstand habe dann schon noch. Zum Frühstück wurde ich dann ins Restaurant geholt, obwohl es erst 6 Uhr war. Das war dann ganz nett, da nur der Besitzer und seine Familie da war, wenigstens noch eine Frau.

Mir wurde gesagt, dass Albanien sehr bergig sei, darum war ich sehr überrascht, als die ersten 100km bis zur Hauptstadt Tirane topfeben war und nicht gerade interessant. Darum bin ich gerade auf der Hauptstrasse geblieben und nur kurz in Lezhe abgebogen und Geld rauszulassen.
In dieser Gegend sieht man Frauen mit Trachten, wie ich es Mitten in Europa nicht mehr, wenigstens im Alltag, vermutet hätte.
Die Frauen tragen strahlend weisse Kopftücher, alte Frauen auch manchmal schwarz. Ich nehme an, dass die verwitwet sind.
Als Schnellstrasse in eine Autobahn überging und dann auch noch ein Schild kam, was alles dort nicht erlaubt war, habe ich mit dem Weiterfahren kurz gezögert. Da ich zu faul war, mir einen anderen Weg zu suchen bin ich weiter und habe so manch anderes Fahrzeug, das auf dem Verbotsschild war, entdeckt. An der ersten Tankstelle habe ich dann gefragt. Es hat ein bisschen gedauert, bis er kapierte, dass ich nicht nach dem Weg nach Tirane fragte, sondern ob ich hier auch mit dem Fahrrad fahren dürfte. Wahrscheinlich kam er gar nicht auf die Idee, dass man so etwas wissen wolle, natürlich dürfe ich hier fahren. Und ich muss sagen, diese 16km, bis auf einmal das Zeichen „Ende Autobahn“ kam, waren die angenehmsten in ganz Albanien. Da das Benzin sehr teuer ist, gibt es ausserhalb von Ortschaften nicht viel Verkehr, wenn dieser dann noch auf 2 Spuren verteilt wird und man selber noch einen breiten Seitenstreifen hat, hat man fast absolute Ruhe, es stank auch nicht so wie sonst und es gab keine Hunde.
Danach hat sich alles auf eine Spur wieder konzentriert, die Hunde und der Gestank kamen wieder und je näher ich Triane kam, desto dichter wurde der Verkehr.
In Albanien gibt es kaum Wegweiser und selten Ortsschilder, man weiss eigentlich nie wo man ist und wie weit es bis zu dem Ort ist, wohin man will. Als ich dann in einer recht grossen Stadt angekommen war, habe ich Polizisten gefragt, ob das Tirane sei. Nein, bekam ich zur Antwort, das sei Kamez, Tirane sei 3 km weiter. Keine Ahnung wo das eine aufgehört hat und das andere angefangen. Wenigstens sah ich einen Wegweiser nach Elbasan, wohin ich nach Tirane wollte. Die Stadt machte nicht gerade den Eindruck, als ob ich quer durch müsste und sie besichtigen, eigentlich wollte ich drum herum. Das wollten aber anscheinend die Stadtplaner, wenn es hier überhaupt so etwas gibt, nicht und ich befand mich auf einmal Mitten im Getümmel. Langsam wurde mir klar, soweit, dass ich ein Plätzchen zum Zelten finde, komme ich heute nicht mehr. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Hotel. So etwas gibt es hier sehr viele, die meisten aber erstaunlich teuer. Als ich endlich die Ausfallstrasse Richtung Elbasan gefunden hatte, das erste mal, dass es richtig den Berg hoch ging, fand ich dann ein Hotel für 12 Euro. Damit konnte ich leben. Ein Preis wie zu kommunistischen Zeiten, meinte der Besitzer. Die junge Frau an der Rezeption war äusserst freundlich und sprach sehr gut Englisch, war auch sehr an meiner Reise interessiert, fragte sehr viel, hat mich sehr gefreut.

Von meinem Zimmer hatte ich einen schönen Blick über die Stadt und sah, dass es dort auch gebrannt haben musste.

Am nächsten Morgen bekam ich ein albanisches Frühstück, was auf jeden Fall ein Glas Milch beinhaltet, dazu Fetakäse, Oliven, Eier, Brot etc. Nur keinen Kaffee, den musste ich extra ordern, aber nicht extra bezahlen. Im Gegenteil. Ich hatte nur einen 20 Euro Schein und sie konnte mir nur in Lekk, der Albanischen Währung herausgeben. Als ich nachgerechnet hatte, merkte ich, sie hat mir viel mehr herausgegeben, ca 10 statt 8 Euro, Das sei so OK, meinte die nette Frau. Unglaublich.

Dann ging es das erste mal in Albanien so richtig hoch, gleich 25 km auf 800 Höhenmeter, wo die Strasse auf einem nicht sehr viel breiteren Bergkamm entlang ging. Hier hatte man eine Aussicht in alle 4 Himmelsrichtungen.

Dann ging es mindestens genau so lange wieder bergab, bis ich in Elbasan war. Auch hier wollte ich mich nicht lange aufhalten, albanische Grossstädte finde ich nicht so attraktiv, nur kurz etwas zum Essen holen, vielleicht reicht es mir ja noch bis Gramsh, wo mich Diana und Alexander erwarteten.
Nachdem ich losgefahren war, zogen Wolken auf, es hat geregnet und geblitzt. An einer Tankstelle, wo gerade eine Horde Jungs auf ihren Bus warteten, stellte ich mich unter. Da war dann einiges im Gange. Nur ein Junge konnte sehr gut Englisch. Der musste dann die Fragen der anderen übersetzen.

Der Regen hat mich so ausgebremst, dass ich beschlossen habe, es nicht noch nach Gramsh zu versuchen, sondern mir unterwegs einen Zeltplatz zu suchen.
Eine Moslemin, die mich überhaupt nicht verstanden hat, schenkte mir ein paar Frülingszwiebeln, die sie gerade aus der Erde gezogen hat. Etwas weiter konnte ich dann an einem kleinen Restaurant zelten.

Auf meiner Karte hat es so ausgesehen, als ob Gramsh an einem schönen blauen See liegen würde, davon war aber nicht viel übrig.

Zuerst dachte ich, dass es auch einer der vielen Seen ist, der langsm komplett austrocknet. Hier ist es anscheinend nicht so schlimm, es wird ein Staudamm weiter oben gebaut, darum ist gerade kein Wasser drin.

Die Landschaft wurde immer schöner und bergiger. Schon um die Mittagszeit kam ich in Gramsh an, gerade rechtzeitig, bevor es angefangen hat zu regnen. Alexander hat mich an unserem Treffpunkt abgeholt. Er und seine Familie bewohnen den 4 Stock eines Gebäudes, das mich doch sehr an die Sowijetstyle- häuser in der Ukraine und Russland erinnerte, nur etwas neuer, aber genau so ohne Aufzug.
Kurz darauf kam auch seine Frau und die 1 jährige Tochter zurück. Nachdem gerade mein ganzes Gepäck samt Fahrrad hochgeschleppt war, kam jetzt noch der Kinderwagen und der Einkauf. Das hält ganz schon fit.
Die beiden arbeiten seit über einem Jahrals Missionare hier. Ich war ganz erstaunt, wie gut sie die Sprache schon beherrschen. Sie konnten mir vieles über das Land erzählen, was einiges für mich verständlicher machte.

Die ganze Nacht über hat es geregnet und mir war eigentlich nicht so nach weiterfahren. Trotzdem bin ich los, wer weiss, wann das wieder besser wird.
Wenigstens hat es nicht geregnet, als ich losgefahren bin. Die Strasse war nur aus Dreck. Auf den ersten 5 km habe ich noch gehofft, dass die Baustelle bald aufhört, dann musste ich der Tatsache ins Auge schauen, das war gar keine Baustelle, sondern die normale Strasse nach Maliq.

Mir wurde zwar gesagt, dass es eine schlimme Strasse sei, immerhin benutzte man noch das Wort Strasse, das hier war eine schlimme Schotterpiste. Der Regen der vergangenen Tage hat auch nicht gerade zur Verbesserung beigetragen, die Schlaglöcher waren jetzt schöne grosse Pfützen.

Keine Frage, es ging durch eine fantastische Landschaft, auch Albanien hat seine „Todesstrasse“.

Ganz schön tief ging es in die Schlucht hinunter wo ein brausender Fluss tobte. Zwar nicht ganz so tief wie in Bolivien, aber es reicht wie die vielzahl der Kreuze am Wegesrand zeigen.

Zeitweise war ich ganz schön verunsichert, ob ich überhaupt richtig bin, denn mir wurde gesagt, der Bus nach Maliq braucht 4 Stunden.

Mir war schleierhaft, wie hier ein Bus durchkommen sollte, vor allem hatte ich schon Schwierigkeiten, wenn mir ein Jeep entgegen kam. Wie soll ein Bus ausweichen?

Bis ich dann tatsächlich einen gesehen habe. Ich glaube, mit dem Bus hier durch ist noch ein grösseres Abenteuer.

Schon am Anfang der Strecke, als ich nach dem Weg nach Maliq gefragt hatte, wurde mir gesagt, es könne ganz schön matschig werden. Das sei es doch schon die ganze Zeit, meinte ich. Ein paar Kilometer weiter, sah ich, was er meinte.

Es kann gar nie so schlimm sein, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte. Zum Glück blieb der Matsch wenigstens nicht an den Reifen kleben.
Fahren konnte ich aber auch nicht mehr, ich habe ganz schön schlimm ausgesehen.

Mir war bald klar, bis Maliq schaffe ich es nicht mehr, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6-7 Km/h. Von Orten ist hier natürlich auch nicht die Rede. Irgendwo zelten war auch nicht möglich, wenn mal ein bisschen Grass am Fluss war, stand dieses schon unter Wasser oder man musste damit rechnen, dass es bald soweit sein würde,
Ab und zu kamen ein paar Häuser,,da wollte ich fragen.
Kurz vor Sonnenuntergang kam dann wieder ein fast verlassenes Dorf, oberhalb der Strasse, gerade noch 4 Leute wohnen hier.

Ich wollte eigentlich auf einer Wiese mein Zelt aufstellen, mir wurde aber gleich ein Zimmer in einem leer stehenden Haus zugewiesen. Hier habe ich mal wieder bereut, dass ich die Sprache nicht spreche. Nicht mal Nicken und Kopfschütteln dienen hier der Kommunikation, das wird ganz anders gedeutet.
Ich habe mich selber versorgt, was gegessen und bin eh bald eingeschlafen. Es waren zwar nur ca 48km, die hatten es aber in sich.

Wieder einmal Regen am Morgen, ich habe gewartet, bis es aufgehört hat. Ausgeruht ging es wesentlich besser weiter. Ich konnte fast alles fahren.
Allerdings ging es immer höher und je höher ich kam, desto mehr ging der Regen in Schnee über. Wieder einmal ging es an vereisten Wasserfälle vorbei, wie ich es schon kurz hinter Rheinfelden hatte.

Der ersehnte Asphalt kam dann nach ca 10km und kurz danach das erste richtige Dorf, wo sich eine Ladenbesitzerin sich sichtlich gefreut hat, dass ich es richtig genoss, wenigstens ein paar Lekks in Süsses umwandeln zu können.

Von da waren es nur noch wenige Kilometer nach Maliq, das hatte aber gereicht, dass der Regen in dicke Schneeflocken überging. Als ich in Algents Berbershop ankam, war ich tief verschneit.

Algent hat versucht, das Fahrrad notdürftig zu säubern, nachdem ich den gröbsten Schmutz schon an einem Brunnen beseitigt hatte. Ich konnte mich solange an seinem Ofen wärmen.

Es war 8.März, internationaler Frauentag, als ich in Maliq angekommen war. Am Nachmittag war in ihrer Gemeinde ein Fest für Frauen, war sehr nett, die Männer mussten draussen bleiben, durften nur rein, wenn sie etwas zu tun hatten. Es wurden kleine Theaterstücke aufgeführt, Reden gehalten und was wahrscheinlich nirgends mehr fehlen darf sind Quizspiele, a ala „Wer wird Millionär“ und Karaoke. Ich habe natürlich nicht viel verstanden.
Punkt 6Uhr war Schluss, vorbei war es mit „Frauentag“ daheim musste Algents Frau wieder in der Küche schnell das Abendessen für die ganze Familie zubereiten, die Kinder richten, Wäsche waschen etc. Ich als Gast durfte ihr nicht einmal helfen.

Der Schnee blieb zum Glück nicht liegen, so dass ich am nächsten Tag weiter konnte. Die ersten Kilometer waren sogar noch recht angenehm. Dann hat es wieder angefangen zu regnen. Ich war kurz vor der Grenze nach Griechenland, viele Grenzen scheinen in den Bergen zu liegen, auch jetzt ging es wieder hoch und ich kam wieder in ein Schneegestöber. Mein Empfang in Griechenland habe ich mir auch anders vorgestellt. Unterhalb 800m Regen darüber Schnee. Auch am nächsten Tag ging es nochmals Kräftig hoch. Leider habe ich von der schönen Landschaft sehr wenig gesehen.

Und dann kam nochmals richtig Schnee, auch auf der Strasse

War ich froh, seither zu faul gewesen zu sein und meine Reifen zu wechseln, ich fuhr immer noch mit meine Schwalbe Marathon Winter Spike Reifen.

Das war es hoffentlich mit Schnee, wieder ein paar 100m tiefer hat es geregnet und der Schnee war weg.
Nachdem ich nochmals einen ganzen Tag im Regen gefahren bin, kam in Thessaloniki an. Trotz Regen war es noch etwas angenehm, da es erstaunlich eben mit etwas Rückenwind war.
Allerdings habe ich selten ausserhalb von Australien so viele überfahrene Tiere gesehen, vor allem Hunde. Auch sieht man so, was es sonst noch für Tiere gibt, zum Beispiel Dachse und eine Art Iltis. Manche sahen so aus, als ob sie schon länger hier liegen würden.
Wenn das Wetter so schlecht ist, tröste ich mich meistens mit etwas Leckerem zum Essen. So habe ich auch hier an einer Konditorei halt gemacht und habe mir drei von den vor Zucker triefenden, türkisch-griechischen Teilen gekauft, d.h. nicht wirklich gekauft, denn als ich zahlen wollte, wollte die Dame gar kein Geld und hat sie mir geschenkt. Das erstaunt mich immer wieder, gerade hier, da es den Griechen sehr schlecht geht.

Gut gelaunt und viel früher als gedacht, kam ich in Thessaloniki an. Dass es in der Stadt ein paar ambitionierte Radfahrer gibt, sieht man an den Fahrradwegen in der Stadt und an den bunt angemalten Fahrrädern überall.

Bei zwei Radfahrern, Stelios und Antigone, konnte ich hier übernachten. Zwei volle Tage waren wir hier mit dem Fahrrad unterwegs, ich glaube ich habe fast jeden Winkel dieser reissigen Stadt gesehen, die mir ausgesrochen gut gefallen hat.
Durch enge Gässchen ging es bis zur Burg hoch,


von wo man eine fantastische Aussicht hatte


– bis es wieder angefangen hat zu regnen. Aber auch hier kam langsam die Sonne durch, dass ich nach zwei Tagen mit neuer Energie weiter fahren konnte, weiter Richtung Osten, Türkei.

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Bella Italia and bella Croatia

Einiges hat sich seit meinem letzten Fahrradbesuch in Italien geändert. Es gibt nun Fahrradwege und Autofahrer warten an Zebrastreifen, zumindest mannchmal. Auch das Frühstück ist erfreulicher. Der Kaffee war ja schon immer gut, aber jetzt gibt es auch was “Richtiges” nicht nur in Folie eingepackte Croissants.

Zuerst musste ich mir mal in Verona eine Landkarte von Norditalien besorgen. Das war gar nicht so einfach. Dazu kam noch, dass mein Fahrradcomputer entgültig den Geist aufgegeben hat. Da ich trotzdem versuchte, ihn zu reparieren, habe ich ganz schön vie Zeit in der Stadt verbracht, bis ich mich endlich Richtung Vizenca aufmachen konnte. Die Strecke war nichts besonderes, ich bin hauptsächliche auf der Hauptstrasse geblieben. Hier in Norditalien ist alles topfeben und natürlich wesentlich wärmer als in Deutschland, immerhin Temperaturen über Null.

In einem kleinen Ort konnte ich auf einem Platz in der Sonne eine Mittagspause machen, das ist doch gleich ein ganz anderes Lebensgefühl.

Vor Vizenca wollte ich in einem MacDonalds ins Internet. Das ist auch hier prinzipiell möglich, aber nur mit italienischer Telefonnumer, man muss sich damit registrieren. Meine Deutsche Handynummer wurde nicht akzeptiert – nichts zu machen.

Vizenca hat mir sehr gut gefallen. Es gab auch mehr Buchläden, wo ich eine weitere sehr gute Landkarte bekam. Auch hier war ich in der Jugendherberge, sehr nett, mit Internet.

Am nächsten Morgen ging es mir überhaupt nicht gut. Ich weiss auch nicht warum. Ich schleppte mich nur so dahin, habe an der Seite der Strasse nur eine kleine Pause machen wollen, und schon stand die Carabinieri da, wollte wissen,was ich da mache. Da ich ihnen nichts erklären wollte, bin ich weiter und konnte gerade noch vor der Siesta in einer Stadt Aspirin besorgen. Nachdem ich gleich zwei eingenommen hatte und auf einer Parkbank ein Powernap gemacht hatte, ging es welten besser. Ohne Probleme kam ich bis Treviso, einer anderen schönen alten Stadt.

Langsam wurde ich wieder fitter, konnte auch mal wieder über 100km am Tag fahren, Es war zwar wärmer als in Deutschland, abends, nach Sonnenuntergang wurde es aber spürbar kalt. Auch kurz vor Triest waren einige Flüsse noch zugefroren.

Hier wurde es das erste Mal auch wieder richtig bergig! Dafür wurde es auch interessanter und ich hatte einen schönen Blick auf das Schloss Miramar in Triest

Das Meer hat immer eine sehr positive Wirkung auf mich, mirgehts einfach immer besser.

Es war erst Mittagszeit, als ich hier bei Marina, die mich eingeladen hat, angekommen bin. So war noch genug Zeit auf den Carnevalsumzug in eine Vorstadt von Triest zu gehen.

Einige Verkleidungen waren anders als bei uns, der grösste Teil ähnlich,

Viele politische oder Umweltschutzthemen.

Danach sind wir in die Innenstadt. Marina konnte mir einiges über die Geschichte erzählen, dass es Habsburgerisch war, dass Maria Theresia einen Teil trocke legen und die Grossen Gebäude bauen liess

Hier hörte ich auch zum ersten Mal von Bora, dem starken Wind zwischen Triest und Zadar (Kroatien). Es hat 2 Wochen lang gestürmt, Lastwagen sind umgekippt, das Meerwasser wurde an Land geblasen und gefror da.

Was aussieht wie Schnee, ist gefrorenes Meerwasser.

Ich hatte sowieso vor, am nächsten Tag einen Ruhetag einzulegen, Wäsche waschen, halt das übliche. Darum war ich gar nicht so traurig, dass es nicht so schönes Wetter war.

Am Montag wollte ich auf jeden Fall losfahren. Das hätte ich nicht gedacht, dass mich noch so ein schreckliches Wetter erwischt.

In Triest hat es leicht geregnet, eigentlich kein Problem. Nur von Triest aus ging es sehr hoch, der Regen ging immer mehr in Schnee über.

Autos mit viel Schnee kamen mir entgegen. In Basevizza bin ich Richtung Slowenien abgebogen. Nach ein paar Metern wurde ich von der Polizei angehalten. Wohin ich denn fahren wolle, in Slowenien würden mich schreckliche Wetterverhältnisse erwarten (sie sprachen sehr gut Englisch). Ich meinte, ich wolle nur kurz Slowenien queren und nach Opatija in Kroatien. Da wäre ich falsch, da müsste ich woanders abbiegen. Und da würde es 2 km den Berg hoch gehen, worauf ich nur meinte, ich komme aus Triest, ich wäre schon 10 km den Berg hochgefahren. In der Zwischenzeit hat einer der Polizisten meine Schwalbe Marathon Winter Spikereifen entdeckt. Worauf sie nur lachten, mir auf die Schulter klopften und mich weiter ziehen liessen.

Das schlimmste Stück kam nach der Grenze. Der Bora hat hier richtig zugeschlagen und den ganzen Schnee über die sonst geräumte Strasse gefegt.
Schnee, Berg, schlechte Sicht und Wind, nicht gerade das was man braucht. Ich muss ein merkwürdiges Bild abgegeben haben, denn des öfteren wurde ich fotografiert. Entgegen allen Vorhersagen, ging es nach der Grenze ganz schön auf und ab, und der Bora brachte mir selten Rückenwind. Dafür war der Verkehr bei Weitem nicht so stark wie prophezeit. Ab und zu war sogar eine recht schöne, friedliche Stimmung, alles weiss und der  Himmel grau.
Nach ca 35 km in Slowenien, habe ich die Kroatische Grenze erreicht. Wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich hier Grenzbeamte antreffen, ab nächstem Jahr gehört auch dieses Land der EU an.
Diese staunten nicht schlecht mich ankommen zu sehen.
Als Belohnung für die Strapazen des Tages ging es von dort an nur noch bergab, bis nach Opatija am Meer. Je tiefer ich kam, desto weniger Schnee lag. In Opatija war direkt schönes Wetter.
Ivo, ein Radfahrer und mein Gastgeber für die Nacht, hat mich am Ortseingang getroffen, so war ich nach dem anstrengenden Tag schnell in meiner Unterkunft.

Am nächsten Tag war das Wetter wie ausgewechselt. Die Sonne scheinte, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätte. Da kommt gleich eine ganz andere Stimmung auf, was auch Ivo dazu veranlassst hatte, mich bis hinter Rijeka zu begleitetn.

Danach ging es richtig schön bergauf und der Wind wurde immer stärker. Da ich öfters um die Buchten fahren musste, kam der Bora frontal von Osten die Berge herunter. Teilweise war da nur noch schiegen angesagt, egal ob es bergrauf oder runter ging.
Keine Frage, der Ausblick, der sich mir über die Inseln bot, war fantastisch.

Die Strasse führte an allen kleinen Orten vorbei. In diese hätte ich ganz nach unten fahren müssen, was es mir dann auch nicht wert war. So habe ich erst spät Pause gemacht, als eine grössere Ortschaft kam.
Danach wurde es mit dem Wind erst richtig kriminell. Das Wasser wurde stark aufgewirbelt. Zum Glück erreichte ich noch vor Sonnenuntergang Senj, ein grösserer Ort, wo es tatsächlich auch um diese Jahreszeit ein Zimmer gab.
Das war aber nicht so toll, dass ich dort bleiben wollte, und bin trotz des starken Windes weitergefahren. Weit kam ich allerdings nicht, nicht mal bis in die Ortsmitte. Nach ein paar hunder Meter hat mich der Wind vom Fahrrad geblasen. Darauf hin habe ich nur noch mein Fahrrad in den Ort geschoben, mich in eine Hotelbar gesetzt, wo es eigentlich Internet geben hätte sollen. Das funktionierte allerdings nicht. Sie meinten in einer Stunde wäre es wieder OK und der Wind würde in zwei Stunden leichter werden. Das passt ja, dachte ich zuerst.
Nach  3½ Stunden habe ich die Lokalität wieder verlassen, das Internet ging immer noch nicht und Wind bliess wie zuvor. Ich hielt es dort aber nicht mehr aus. In Kroatien darf man noch in den Kneipen rauchen.
Ich habe einfach mal mein Fahrrad losgeschoben,fahren war immer noch nicht möglich, wollte wissen, wie weit ich komme. Am Ortsende kam mir ein Fussgänger entgegen, der meinte, ich solle doch lieber auf der Strasseninnenseite laufen. Das ging wirklich viel besser, war auch angenehmer, da ich weiter vom Abgrund, an dem es selten Leitplanken hatte, entfernt war. Das unangenehme war in den scharfen Kurven, wenn die Autos, die entgegen kamen, einen erst kurz vorher sehen konnten.
Für Motorradfahrer, grosse Busse, Fahrzeuge mit Anhänger war das Fahren der Strecke verboten. Ich fragte mich, ob sie nur nicht kein Fahrradverbotsschild angebracht hatten, das sie nie auf die Idee gekommen sind, dass da jemand Fahrradfahren können wollen möchte.
Nur Dank meines Doppelkinns hat mein Helm gehalten, sonst hätte es ihn einfach weggeweht.
Immer noch fragte ich mich, wie weit ich wohl fahren würde, aber immer noch nichts veranlasste mich zur Umkehr, überhaupt als ich sah, dass in einer zu schaffendenn Entfernung eine Ortschaft kam. Die habe ich dann auch nach einiger Zeit lebend erreicht. Es war erst 14:30, aber nach einem Blick auf meine Landkarte, die mir sagte, dass es in nächsten 40 Kilometer nichts mehr kommen würde, war es das dann auch, ich beschloss zu bleiben. Auch hier waren einige „Zimmer“ oder „Sobe“ Schilder, aber alles verlassen. Ich fragte herum, aber keine positive Antwort. Der Gasthof Mul, der normalerweise das ganze Jahr über Zimmer vermietet, hatte einen Rohrbruch und somit kein Wasser, also auch kein Zimmer. Schliesslich habe ich eine Gruppe von Männern gefragt, einer meinte dann in sehr gutem Deutsch, für eine Nacht könne ich auch mit zu ihm kommen.
Er hatte 34 Jahre in Deutschland gearbeitet, und wie es der Zufall so will, ganz in meiner alten Heimat in Deizisau bei Plochingen. Wegen Kurzarbeit wurde er frühpensioniert und verbringt die meiste Zeit in diesem Ort Sveti Jurai. Mit seiner Freundin verbrachten wir einen sehr netten abend in seinem Haus. Zuerst hatte er ein Haus in Serbien, an der Donau. Da er aber Kroate ist, musste er das Haus mit einem Serbe, der in Kroatien ein Haus hatte, tauschen. So hat es ihn hierher verschlagen.
Ununterbrochen, stürmte der Wind weiter, Seit drei Wochen konnten die Fischer nicht mehr auf See, sogar grosse Schiffe kenterten.

Am nächsten Morgen war davon nichts mehr zu spüren, Bora war verschwunden, schönster Sonnenschein, richtig friedlich.
Nach einem gemeinsamen Frühstück fuhr ich los. Die Küstenlandschaft ist sehr bergig. Zuerst ging es 12 km nur den Berg hoch, dann immer auf und ab.

Von oben sah ich die Fähre nach Pag gerade ablegen.

So konnte ich mir noch Zeit lassen, bis in einer Stunde die nächste Fähre ging.

Auf Pag war zuerst mal Steinwüste, da lässt der Bora nichts wachsen, alles wird weggeblasen, auch die ganze Erde. Ganz oben standen ein paar recht mitgenommene, kleine Palmen.

8km ging es teilweise steil nach oben, dann wurde es langsam ein bisschen grüner. Auf einem kleinen Feldweg, der teilweise abgesperrt war, wovon ich mich nicht drausbringen liess, ging es Richtung Pag. Im letzten Teil standen einige Häuser, die sahen total verlassen aus. Einige hatten Sturmschäden. Hier hätte ich im Notfall Schutz gefunden. Ich habe allerdings wieder einmal den Fehler gemacht, nach Pag weiter zu fahren. Dort konnte ich auch nicht mein Zelt aufschlagen und musste ein Zimmer suchen. Alles was hier offen war, war sündhaft teuer.
Schliesslich konnte ich einen auf einen halbwegs angebrachten Preis runterhandeln.
Wenigstens war Internet und ein wunderbares Frühstück mit dabei.

Am nächsten Tag ging es zuerst wieder sehr ruhig über Feldwege weiter. Nur manche Vögel flogen auf und Schafe blöckten, sonst nichts, bis ich auf die Hauptstrasse kam, die direckt am Meer entlang ging,

Dann gings über eine Brücke aufs Festland, was hier eigentlich auch mehr eine Halbinsel ist und über die Berge nach Zadar, das Ende des Bora! Welch eine Erleichterung. Weiter südlich gibts natürlich auch Winde, aber keine so starke wie Bora.

Noch ein Stück und ich war in Biograd, wo ich bei einem jungen Radfahrer übernachten konnte. Er hat bis zum Grundschulalter in Deutschland gewohnt, dann sind sie zuerst zurück nach Serbien, mussten dann auch, weil sie Kroaten sind, mit jemanden in Kroatien das Haus tauschen und sind so in Biograd gelandet.

Am folgenden Tag traf ich meine ersten Reiseradler, ein Pärchen aus Australien. Sie haben die Strecke praktisch gerade hinter sich, die ich jetzt noch fahren will. War wirklich eine sehr nette Überraschung und eine willkommene längere Pause.
Wieder einmal war wunderbarer Sonnenschein. Sie waren wesentlich leichter gekleidet als. Aus Faulheit und wegen dem trotzdem noch recht kalten Wind, habe ich noch meine warmen Sachen an. Ausserdem meinten sie, dass sie immer Zelten würden. Jetzt gab es natürlich für mich auch keine Ausrede mehr und ich suchte mir für den Abend ein nettes Plätzchen, was ich schliesslich auf einem verlassenen Fussballfeld fand.

Wunderbar habe ich gechlafen, mit meinem neuen Zelt und Schlafsack war es direkt warm. Nur der Nachteil ist, dass es früh dunkel wird. Und wenn man kein Licht anmachen möchte, damit man keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenkt, verbringt man über 12 Stunden im Zelt und kann ausser schlafen nicht viel machen.

War ich froh, dass ich tags zuvor so viel gefahren war. Das Wetter war dann nämlich nicht mehr so gut, es regnete und hatte Gegenwind. Bis Split war es aber nicht sehr weit, wo ich wieder einen Übernachtungseinladung hatte.

Zuerst musste ich aber einige Kilometer durch kein so schönes Industriegebiet und Hochhäuser, bis ich endlich die Altstadt entdeckte,

Das hat sich wirklich gelohnt,