Urlaub in Uruguay

Gleich hinter der Grenze Brasilien / Uruguay, war der Unterschied zwischen den zwei Ländern deutlich zu spüren:
DSC08759Auf einmal war es schön ruhig, leer und kein Verkehr. Es war so richtig entspannend zu fahren.
DSC08764Mit den schönen Plätzen am Strand, fühlte es sich wie Urlaub an.

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Da ich mich um nichts mehr viel kümmern musste, ich hatte noch genug Zeit bis zu meinem Flug, Essen, Wasser, Übernachtungsmöglichkeiten gab es genug, beschloss ich,  in Uruguay Urlaub zu machen. Es gab sowieso zu viele schöne, interessante Sachen, um einfach durch zu brausen.
DSC08773Z.B. die Fortaleza de Santa Teresa, einer der ältesten Bauwerke, die ich in Südamerika gesehen habe. Die Portugiesen begannen schon im 18. Jh mit dem Bau, wurde dann von den Spaniern vollendet. Diese eindrucksvolle Festung befindet sich im Parque National de Santa Teresa
DSC08789der durch die Vielzahl der verschiedenen Baumarten bekannt ist.
DSC08803Vor allem natürlich Palmen.
DSC08811So ruhig wie das Land ist, so entspannt sind die Leute, vor allem in Cabo Polonio, der in den Atlantik ragenden Halbinsel.

DSC08829Die ganze Gegend ist heute Naturschutzgebiet. Obwohl es an kein Strassen- oder Stromnetz angeschlossen ist, gibt es einen Ort, in dem nicht einmal 100 Leute leben. Früher waren es hauptsächlich Fischer, heute wechseln sich kleine Restaurants, Hostels und vor allem Künstlerbuden ab. Die schöne Strände in den Buchten locken einige Touristen her.
DSC08835Um den Leuchtturm tummeln sich die Seelöwen, deren Anzahl weit höher ist als die der Menschen.
DSC08841Je südlicher man kommt, desto mehr nimmt die Bevölkerung zu.
DSC08854Und umso exklusiver wird es. Der erste grössere Ort ist Maldonado mit der vorgelagerten Touristendestination Punta del Este. Diese auf einer Halbinsel gelegene Stadt liegt an der Mündung des Rio de la Plata in den Atlantik. Allerdings ist der Fluss hier so breit, dass man meint es sei schon das Meer. Allerdings merken vor allem die Surfer den Unterschied. Auf der Meerseite ist es weit ruppiger als auf der Flussseite.

DSC08863Der Anblick von Weitem reichte mir. Diese Hochburgen musste ich nicht von Nahem gesehen haben. In Maldonado traf ich Anita und blieb ein paar sehr inspirierende Tage. Sie ist auch passionierte Radreisende und hat ihm Rahmen ihrer Diplomarbeit in Psychologie einen Film über die Freiheit beim Radreisen gemacht. Leider ist dieser Film auf YouTube in Deutschland wegen GEMA Rechten nicht verfügbar!!

Nachdem ich wieder einige meiner Sachen in Ordnung brachte und Anita mir Übernachtungsmöglichkeiten für Montevideo und Buenos Aires besorgt hatte (vielen Dank), ging es weiter Richtung Südwesten. Ich liess mir massig Zeit. Wenn ich wie hier

DSC08871ein schönes Plätzchen am Strand fand, gab es für mich keinen Grund weiter zu fahren. Wie auch schon zu Anfangs bemerkt, ich war ja jetzt quasi im Urlaub.

Auf einmal kamen mir die ersten Horden Radfahrer entgegen. So etwas hatte ich seit China nicht mehr gesehen.
DSC08884Sie kamen aus Chile, Argentinien, Deutschland, Frankreich etc… und waren allen auf dem Weg zur Fussball-WM nach Brasilien.

In Montevideo konnte ich bei Freunden von Anita wohnen. Da Anita ist schon wesentlich jünger als ich, die Jungs sind noch jünger, war aber sehr nett, so konnte ich die grosse Stadt sehr gut ertragen. Obwohl ja 1,5 Millionen Einwohner für eine Hauptstadt des Landes nicht gerade gross ist.
DSC08897Um den Plaza Independencia gruppieren sich die alten Gebäude,
DSC08898wie hier das Palacia Salvo. Erstaunlich wie hoch die sind. Dieses war mal das höchste Gebäude Südamerika (105m), es wurde Anfang des 20.Jh fertig gestellt. Mitten auf dem Platz befindet sich das Mausoleum des Artigas, dem uruguayischen Freiheitskämpfer. Ich konnte nicht glauben, dass man da wirklich die sterblichen Überreste sieht. Also musste ich hin, war dann einerseits beruhigt, andererseits enttäuscht, dass da nur eine grosse Urne stand, die von zwei Soldaten bewacht wurde. DSC08918Schlendert man durch die Nebengassen stösst man immer wieder auf Plätze und Kirchen. Die Stadt hat wirklich einiges zu bieten.

Auf dem Weg nach Colonia del Sacramento traf ich wieder auf ein paar Radfahrern auf dem Weg nach Brasilien. Dieser hatte was patentverdächtiges auf dem Kopf,
DSC08929ein Helm mit einem Solarladegerät, Marke Eigenbau. Näher kann das Gerät der Sonne nicht kommen. Leider ist das Gerät auch in dieser Position nicht leistungsfähig genug.

Ende des 19. Jh. kamen viele Europäer nach Uruguay, auch Schweizer, die Nuevo Helvetica gegründet hatten.
DSC08933Diese Kolonie ist mittlerweile zu einer kleinen Stadt heran gewachsen.
DSC08939Der Bezug zum europäischen Heimatland ist noch klar ersichtlich.

Noch ein Stückchen weiter im Westen ist das kleine, Weltkulturerbe-Städtchen Colonia del Sacramento.

DSC08963Es wurde schon Ende des 17.Jh von den Portugiesen gegründet, als Festung gegen die Spanier auf der anderen Seite des Rio de la Plata in Argentinien. Es war Jahrhunderte mitten im Feuergefecht zwischen Spanien und Portugal, bis es 1995 zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
DSC08969Jetzt wird es nur noch von Touristen bestürmt. DSC08974Auch ausserhalb der Altstadt ist es sehr malerischDSC08953wie die Häuserwand der Bibliothek, mein Fahrrad ist kaum zu entdecken.
DSC08950Dafür die anderen Mietfahrräder.
DSC08952Eigentlich sehr brauchbar und praktisch, nur macht das Kopfsteinpflaster, das teilweise aus der Zeit der Portugiesen stammt, etwas Mühe.

Das war fast der Abschluss meiner Südamerikarundreise. Mit der Fähre ging es über den Rio de la Plata direkt nach Buenos Aires. Diese fast 10-mal so grosse Stadt wie Montevideo war wesentlich anstrengender. Die Innenstadt mied ich so weit ich konnte. Nur Nachts mit meinem jungen Gastgeber durch die Gassen fahren war ein Genuss.

Ich war froh, als das Flugzeug mich ein paar Tage später aus der Stadt holte, allerdings hielt die Freude sich in Grenzen, wieder nach Europa zu fliegen.

In den 6 1/2 Monaten in Südamerika bin ich ungefähr 14000km gefahren.

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