Von Argentinien über Paraguay nach Brasilien: CATARATAS IGUAZU

Eigentlich wollten wir heute, 3. März, an die Iguazu Wasserfällen fahren. Wir, das sind ein paar Mitglieder des ACCI, Associacao Ciclista Cataratas do Iguacu. Leider regnet es in strömen, genug Wasserfall von oben, da scheint niemand Lust zu haben.

Seit 3 Tagen bin ich nun schon wieder in Foz do Iguazu, Brasilien, habe mal wieder den puren Luxus hier im Casa de Ciclista, ein Haus, das ich ganz für mich habe. Hier kann ich auch bei Regen in dem überdachten Hof sitzen und Blog schreiben.

So, was passierte in dem wieder fast ganzen Monat, der seit dem letzten Eintrag verstrichen ist.

Im großen Bogen fuhr ich um Buenos Aires, von der Provinz Buenos Aires nach Entre Rios. Bisher hatte ich ja ganz schönes Glück mit dem Wetter, mal von Hitze und Wind abgesehen. An dem Tag als ich über die zwei großen Brücken musste, hat es in Strömen geregnet, schon früh am Morgen hatte ich ein heftiges Gewitter und keinen Platz zum Unterstellen. Also einfach weiter. Irgendwann macht der Regen dann nichts mehr aus, wenn man so nass ist, dass es nasser nicht geht.

Zwischen den Brücken ist ca 20km Sumpfland. Da wohnt eigentlich niemand. Es war seit langem die erste Strecke, die nicht eingezäunt war. Ab und zu standen am Rand Wägen, aus denen Angelmaterial verkauft wurde

DSC08123 Auf meine Frage, ob die Schlangen zum Angeln oder Essen benutzt werden, bekam ich zuerst mal ein Lachen zur Antwort. Zum Angeln natürlich. Inzwischen kam ich durch so viele Länder, in denen die Wasserschlangen sicher als Delikatesse gelten.

Die Provinz “Entre Rios” (zwischen Flüssen: Parana und Fluss Uruguay) hatte auch gut “En Rios” (in Flüssen) heißen können. Alles war unter Wasser.

DSC08128Die Straße ist zum Glück etwas erhöht, sie war nicht total überschwemmt nur die üblichen Pfützen. Auch scheint diese Straße die einzige weit und breit zu sein, die geteert war. Ich konnte immer noch fahren. Das größere Problem war ein Platz zum Zelten zu finden. Es kamen einige Campingplätze, die sogar offen waren, ich fand nirgends einen Platz, wo ich mein Zelt hätte aufstellen wollen. Schon auf der Zufahrt zu den Campingplätzen bin ich im Matsch stecken geblieben. So musste ich an dem Tag etwas weiter fahren als mir lieb war. An einem Haus neben einer Polizeistation an einer Abzweigung konnte ich unter dem Vordach zelten. Hier merkt man richtig, es wird tropisch! Unglaublich was auf dem Boden wuselt, alles voll kleiner, schwarzer Käfer. Ich wollte nur schlafen und war froh mein Zelt “käferdicht” abschließen zu können.

Auch empfiehlt es sich ab jetzt auf dem Klo zuerst zu spülen, bevor man sich darauf sitzt. Man weiß nie, was sich unter dem Kloschüsselrand befindet.

Das Wetter besserte sich zum Glück wieder und die Gegend bot richtige Abwechslung. Entlang des Rio Uruguay gibt es immer wieder nette Städtchen, die ich fast alle ansteuerte. Der Karneval war im vollem Gange. In fast jeder Stadt findet Samstags eine Parade statt. So etwas schaue ich mir lieber aus der Distanz an und mir war es gar nicht so unrecht, dass ich nie an einem Samstag in einer Stadt war. Man bekommt auch so genug von dem Karneval mit

DSC08129Hier hätte ich mich mit dem Federschmuck bekleidet fotografieren lassen können. Kein Mensch will so ein Foto von mir sehen

DSC08180Am Abend, wenn es kühler wird, setzt sich der Argentinier auf seinem Campingstuhl vor sein Haus, schaut und trinkt Mate.
DSC08133Ich habe mich nie getraut die Szene zu fotografieren, aber hier kann man sich es etwa vorstellen.

In einer Stadt war ich bei dem Deutschlehrer eingeladen. Er hat deutsch gesprochen, besser als ich mit meinem Schwäbisch. Er erzählte mir von den vielen Wolga-Deutschen, die es hier gibt. Nachdem sie von Katharina der Grossen nach Russland gelockt wurden und da Anfang des 20. Jh auch nichts mehr war, sind sie nach Argentinien weiter gezogen. Wie schon weiter südlich gibt es auch hier ganze Siedlungen Deutscher.

DSC08185An ihrem riesigen Verkaufsgelände war ganz schön was los.

DSC08186Bei so vielen mit deutschen Vorfahren, schaut jeder einmal vorbei. Würste, Schinken und sonstige Kleinigkeiten sind der Renner. Nur frage ich mich, warum immer auf der ganzen Welt, sei es in Deutschen-, Schwarzwald – oder sonstigem Kuckucksuhrenladen immer das Kufsteinlied laufen muss. Zum Glück versteht das hier niemand und in Geografie kennen sie sich auch nicht so gut aus.

Die Musik hat mich wirklich vertrieben

DSC08196Ich glaube, sie waren schon lange nicht mehr in Deutschland.

Eine andere Abwechslung bot der Nationalpart El Palmen, eigentlich der einzige auf dieser Strecke. Warum der wohl so heisst?

DSC08135Nicht nur wegen den Palmen ist er sehr beliebt. Er hat auch am Fluss einen schönen Strand und ist nahe genug an Buenos Aires, damit die Leute ihn gut für einen Wochenendausflug nutzen können.Vielleicht ein Fehler am Samstag hierher zu kommen. Es ist so von Wasserschweinen.

DSC08142voll, dass es schon fast unangenehm war.
DSC08145Nachts wuselten Viscatchas, eine Art Chinchillas, herum

DSC08172Aber keine Angst, das Fleisch auf dem Feuer wurde beim Metzger gekauft.

DSC08168Das nehme ich doch an, ich wurde von meinem Zeltnachbarn zum Assado eingeladen.

Hier lohnte es sich mal wieder früh aufzustehen, wenn die Vögel noch umher fliegen.

DSC08177Weiter oben am Uruguay Fluss ist gegenüber nicht mehr Uruguay sondern Brasilien. Ich bin nach Paso de los Libres, hatte aber zu der Zeit noch keine Lust nach Brasilien zu fahren.

Lieber auf der argentinischen Seite mit Mariano noch ein Bier trinken,
DSC08198in Gesellschaft mit Mercedes Sosa (auf dem Bierflaschenkühler)

Die nächste Etappe wurde fast unerträglich. Nicht nur, weil es wieder angefangen hat zu regnen, sondern auch weil die Straße schmäler wurde, der Randstreifen wieder weg war. Ich kam zu der Überzeugung, die argentinischen Lastwagenfahrer dulden einfach keine Radfahrer auf der Straße und das einzige, was sie im Sinn hatten, war mich über den Haufen zu fahren. Aber nicht mit mir.

Für den Abend flüchtete ich mich an einer Tankstelle. Dort traf ich auf den Tramper Frederick aus Buenos Aires, mit dem ich unter dem Dach einer Reparaturspatz zelten konnte.

DSC08208Hauptsache trocken und die Unterhaltung war auch ganz gut.

Endlich mal eine, wenn auch kurze, fahrbare Alternative zur Ruta 14, weiter am am Fluss entlang.
DSC08214Erstaunlicher Weise war es auch fast durchgehend asphaltiert. Es gab 2 Pferdekutschen, ein paar lokale Autos und nur am Schluss ein Lastwagen. Welch eine Wohltat.

DSC08215Bei der roten Erde fallen die Gauchito Gil Tempel gar nicht so auf.

DSC08218Trotzdem ein wunderbarer Ruheplatz. Ein Junge kam auf seinem Moped daher schaute mich nur kurz an, dann fing er an für Gauchito Kerzen anzuzünden und seine Gebete aufzusagen. Dass ich daneben saß, schien in reichlich wenig zu stören. Als er fertig war, stellte er mir interessiert noch ein paar Fragen und ist dann mit seinem Moped weiter gedüst. Vielleicht helfen ihm ja seine Gebete, dass er unfallfrei davon kommt.

Mit der Provinz Misiones fingen die Sträucher an.

DSC08219Ich ahnte schon, hierbei kann es sich nur um Mate handeln, fragte aber lieber nochmals nach. Spätestens bei dem Schild,

DSC08222wäre es mir sowieso klar geworden. Mit Mate scheint man gut Geld machen zu können. Wen wundert es, wenn das ganze Land das Kraut trinkt, von morgens bis abends. Schon allein, dass die Straße geteert war, hat mich sehr gewundert. Die Häuser wurden auch immer feudaler.

Dann landete ich auch noch in dem luxuriösen Campingplatz.
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Zwei Schwimmbäder, Teiche, Palmen schön angelegter Rasen. Fast wäre ich wieder umgedreht, eine Nummer zu groß für mich, aber dann wollte ich ihn mir doch genauer anschauen. Gleich wurde ich freundlich und interessiert empfangen. Es waren ein paar Leute dort, aber nicht sehr viele. Als ich nach dem Preis fragte, wurde immer abgewunken, das wäre nicht so wichtig. Gegen später gingen alle Gäste, die Besitzerin ließ mir noch was zum Essen da, schloss mir ein Zimmer auf, wo ich hätte schlafen können, falls ich da draußen in meinem Zelt Angst bekomme. Natürlich habe ich lieber im Zelt geschlafen. Was für ein Unterschied zu letzten Nacht an der Tankstelle!!!! Das gefällt mir sehr, wenn man so reist, man weiß nie wo man endet, vor allem, wenn es so wunderbar endet! Das war vor Apostoles

DSC08231Wenn schon die Provinz Misiones heißt und der Ort Apostoles, kann man sich einiges denken. Hier waren jesuitische Missionare mächtig am Werk. Viele Ruinen derer Klöster zeugen noch davon.

Dann nur noch nach Posadas. Das war dann nicht mehr ganz so idyllisch, überhaupt die letzten 20km. Posadas ist die Hauptstadt der Provinz. Ich verstand nicht, wie die Orte vorher so schön sauber und reich sein konnten und die Hauptstadt so furchtbar. Hier waren nur die Hauptstraßen geteert, alles andere war entweder die rote Erde, und mit dem Regen Matsch, oder eine grausliche Steinstraße,
DSC08242Kopfsteinpflaster ist ja schon schlimm genug. Wenn aber die Steine irgendwie hin geworfen und reingeschlagen werden, ist es wesentlich schlimmer.

Ich war so froh, als ich über die Brücke nach Paraguay flüchten konnte.

DSC08235Nur, konnte ich mit dem Fahrrad nicht über die Brücke fahren, ein Polizist hat mich gestoppt. Oh je, dabei wollte ich doch nur raus aus Argentinien. Er meinte, ich müsse mit einem Collectivo oder Bus über die Brücke. So leicht ließ ich mich aber nicht abfertigen. Nach längerer Diskussion, der Polizist blieb stur und wollte mich nicht fahren lassen, hat er mich auf einen Zollbeamten verwiesen. Der war wesentlich freundlicher. Ihm habe ich auch vorgeschlagen, er kann mir doch auch ein Auto stoppen, das mich nur die paar Kilometer über die Brücke nehmen kann. Das hat er dann auch gleich getan, nachdem er mir den Ausreisestempel gegeben hat. So war ich doch sehr schnell außer Landes.

Auf der anderen Seite merkte ich ziemlich schnell, was mir am letzten Stück in Argentinien auch so missfallen hat, der Gesichtsausdruck der Leute. Wie angenehm es war hier wieder in lächelnde Gesichter blicken zu können. Ihre Art mich zu fragen war auch ganz anders, viel mehr interessiert. Paraguay hat mir somit von Anfang an sehr gefallen.

Sobald ich auch Encarnacion, der Stadt auf der anderen Seite des Parana Flusses, war, war kaum mehr ein Auto auf der Straße. Vor jedem kleinen Laden stand eine kleine Sitzgruppe,

DSC08243prima in Ruhe Pause zu machen.

Die Strecke von Encarnacion nach Ciudad del Este ist wahrscheinlich die Haupttouristenstrecke, Ruta Jesuitica. Hier befinden sich einiger der alten Ruinen der Jesuiten, Trotzdem war kaum jemand unterwegs. Mein Interesse an alten, zerfallenen Gebäuden hält sich in Grenzen, trotzdem, um ein bisschen Abwechslung zu haben, fuhr ich zur Ruine Jesus de Travague.

DSC08245Schon allein wegen dem Weg hat es sich richtig gelohnt. Ich habe es richtig genossen, durch die wilde, urwaldmässige Natur zu fahren. Das Beste war aber der Camping, den ich auf dem Weg fand. Ein kleiner, einfacher, Camping Municipales, an einem kleinen Fluss, mitten im Wald. Als ich angekommen bin, haben ein paar Männer Ball gespielt, so ähnlich wie Volleyball, aber nur mit 2 Personen pro Team und der Ball durfte nur mit Kopf, Brust, Bein oder Fuß berührt werden. Eine Frau hat einen schönen, überdachten Platz geputzt. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob es wirklich ein Campingplatz ist, aber die Frau, bejahte es und meinte ich solle doch gleich hier unter dem Dach Zelten, wenn sie fertig ist mit putzen. In Anbetracht der Wolken am Himmel, war das natürlich fantastisch.
DSC08252Es dauerte auch nicht lange und es hat in Strömen angefangen zu regnen und ich saß so wohlbehuetet unter dem Dach. Alle anderen waren bald verschwunden und ich saß alleine im Dschungel. Habe ich die Ruhe genossen. Das war wirklich ein fantastischer Start in Paraguay.

Leider bliebe ich nur 4 Tage in dem Land. Es sind nur ein paar hundert Kilometer bis Ciudad del Este und der Grenze zu Brasilien. Diese Tage habe ich aber richtig ausgekostet.

Hier wird neben dem heißen Mate auch Tetere getrunken, die kalte Version

DSC08253Deswegen gibt es neben dem Tank, wo man gratis heißes Wasser rauslassen kann auch ein Hahn mit eiskaltem Wasser. Für Radfahrer natürlich ein Traum. Der Tetere wird neben dem Kraut auch mit Saft getrunken, das ist dass wirklich erfrischen..

Auch hier gibt es viele Deutsche, wie die Ortsnamen wie Hohenau schon sagen. An einer Bäckerei hielt ich an, wollte mir eine Kleinigkeit kaufen. Als ich in der Vitrine einen Altdeutschen Apfelkuchen und Linzertorte sah, fragte ich die Verkäuferin, ob sie auch deutschstaemmig sei. Ja, meinte sie, sie spreche aber kein Deutsch, ihre Mutter könne es noch gut. Jetzt war ich interessiert und fragte, ob ich vielleicht mit ihrer Mutter sprechen könne. In Argeninien habe ich immer nur gehört, dass es viele gibt, die Deutsch sprechen, aber niemanden getroffen. Hier stand ich dann gleich einer älteren Frau gegenüber, die mir ihre ganze Lebensgeschichte erzählt hat. Ihre Mutter kam über Brasilien, Argentinien nach Paraguay, schon vor dem ersten Weltkrieg. Da ihr Vater an einem Schlangenbiss gestorben ist, als sie drei Monate war, wuchs sie bei Onkel und Tante auf, wo nur Deutsch gesprochen wurde und sie vieles Deutsche, wie die deutschen Rezepte gelernt hat. Als sie in die Schule kam, hat sie kein Wort Spanisch gesprochen. Heute sei alles anders. Es gibt viele Mischehen und man spricht zu Hause nur Spanisch, darum können die Kinder auch kein Deutsch mehr. Sie selber hat keine Beziehung zu Deutschland.

Da sie sehr beschäftigt war, frühmorgens geht sie aufs Feld, danach bäckt sie für die Bäckerei, verabschiedete ich mich bald. Ich war richtig froh, jemanden zu treffen, zu hören, wie sie Deutsch sprechen, was für eine Vergangenheit sie haben. Es wäre sehr interessant mehr über Deutsche in Südamerika zu erforschen.

Vor der nächsten, groesseren Stadt, Maria Auxiliadora, sah ich noch vor dem Ortsschild, auch hier gibt es einige Deutsche.

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Es war wieder Zeit, einen Platz zum Zelten zu suchen, so steuerte ich eine Tankstelle an. Gleich kam mir eine Kundin, blond, mit zwei blonden Kindern zur Hilfe, sie sprach gleich deutsch mit mir. Sie hat mich mehr ausgefragt, als dass ich sie fragen konnte. Schlussendlich konnte ich nicht an der Tankstelle zelten, und sie machte sich sichtlich Sorgen, was ich denn jetzt mache. Sie wohnte 5 Kilometer weiter weg, was ja auch nicht die Welt gewesen wäre, wenn sie auf die Idee gekommen wäre mich einzuladen. Was ich denn jetzt mache etc.. Ich hatte ja genug Erfahrung und wusste, auch heute werde ich etwas zum Zelten finden. Nur musste ich dann wirklich langsam los, es wurde spät. Ein paar hundert Meter weiter sah ich ein Schild “Bomberos”, Feuerwehr. Das ist doch auch immer eine gute Adresse zum Übernachten. Überhaupt als ich die schöne Wiese hinter dem Haus gesehen habe, hielt mich nichts mehr davon ab, zu fragen. Inzwischen wunderte es mich nicht mehr, auch hier sprach man Deutsch. Wenigstens der Commandante. Der schien sich mehr zu freuen, jemanden zum Deutschsprechen gefunden zu haben, als ich über den schönen Platz zum Zelten. Man merkte, er hatte nicht mehr viel Übung darin. Sein Sohn, auch ein begeisterter Radfahrer, der bald auch da war, sprach überhaupt kein Deutsch.

So hatte ich richtig Glück, dass Felix heute Dienst hatte. In Paraguay gibt es nur eine Freiwillige Feuerwehr, keine Berufsfeuerwehr. Einmal in der Woche hat er Dienst, übernachtet hier, ansonsten geht er seinem Beruf nach.

DSC08255Am nächsten Morgen kam er in Zivil vorbei, um sich zu verabschieden. Eigentlich nur zum Spaß fragte ich, ob es in der nächsten Stadt auch eine Freiwillige Feuerwehr gebe, wo ich zelten könne. Ja, klar. Vor mir waren kolumbianische Radfahrer hier, die zuerst hier und dann in Santa Rita übernachteten.

In Maria Auxiliadora hielt mich sonst nicht viel,
DSC08256Danach kam nicht mehr viel, nur ständiges auf und ab,

DSC08258hier fährt man wieder locker mehr als 1000 Höhenmeter, ohne wirklich einen Berg zu erklimmen. An den Wegkreuzungen kamen ein paar Holzhütten,
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wo man günstig was zum Essen kaufen konnte, wie die Chipas, die paraguayanischen Käsebällchen.

Santa Rita ist eine größere Stadt, in der Argo-Technology und neue Forschungen eine große Rolle spielen. Schon zig Kilometer vorher fangen Versuchsfelder an, hauptsächlich mit Soja. Nach all den Werbeplakate sind hier die deutsche und schweizer Chemie sehr stark vertreten.

Überrumpelt von dem starken Verkehr, fuhr ich zuerst etwas ziellos umher, bis mich ein Mann angesprochen hat. In welcher Sprache? Klar, auf Deutsch! Er wohnt seit über 20 Jahren in der Gegend und konnte mir genau sagen, wo Deutsch gesprochen wird und was in deutscher Hand ist. Schließlich fragte ich ihn, ob er auch wisse, wo die Feuerwehr sei. Etwas unverständlich schaute er mich an, natürlich. Es wäre aber etwas kompliziert, ich solle ihm hinterher fahren.
DSC08265Was für ein Unterschied zu der Freiwilligen Feuerwehr in Maria Auxiliadora! In der Halle stand ein uraltes Feuerwehrauto, deutsches Fabrikat. Draußen, hinter der Halle saßen ein paar Jugendliche zusammen. Ich fragte, ob sie zu der Feuerwehr gehörten, ja, meinten sie. Eine Uniform scheint keiner tragen zu wollen, dafür sei es auch viel zu warm. Auch hier gab es eine Wiese, die war aber lange nicht so gepflegt wie gestern. Es musste auch keine Absprache getroffen werden, ob ich jetzt hier zelten kann, es war gleich ein Ja!
DSC08266Wahrscheinlich um sonstiges Wohngeld zu sparen, haben sie in der Halle ein keines Haus gebaut, in dem sie wie in einer WG zusammen leben. Es gab zwei Frauen einige Männer und ein Kleinkind. Ansonsten sprangen sie genau so ins Auto wenn ein Notruf kam.

Ich saß ein Weilchen bei ihnen, verstand aber kein Wort, was sie sagten. Schon bei einer Pause vor einem Laden hatte ich eine Frau gefragt, was für eine Sprache sie sprechen, sie meinte Spanisch. Hörte sich wirklich sehr spanisch für mich an, mit einem sehr starken Akzent, wie hier. Eine junge Frau hat mich ein Weilchen ausgefragt und klar und deutlich gesprochen, das habe ich dann gut verstanden.

Am Tag darauf war ich schon sehr früh in der Grenzstadt Ciudad del Este. Obwohl hier der Verkehr viel stärker war, hatte ich wenig Lust, dieses freundliche und ansonst ruhige Land zu verlassen. Es war eines der angenehmen Überraschungen in Südamerika und es würde sich lohnen, hier länger Rad zu fahren.
DSC08270Da hier keine Steuern auf die Produkte kommen, wie mir erklärt wurde, ist es wesentlich billiger als in den Nachbarländer. Es ist hier auch ein Dreiländereck, Argentinien, Brasilien und Paraguay. Und was es hier alles zu kaufen gab!
DSC08273Dann wieder über den Parana-Fluss, diesmal nach Brasilien. Hier durfte ich mit dem Fahrrad fahren. Es waren auch unglaublich viele Fußgänger, voll bepackt von West nach Ost unterwegs und sehr viele Mopeds.

In Brasilien war ich dann in Foz do Iguazu, der Stadt an den Wasserfällen. Zum Glück sprechen manche hier an der Grenze noch ein wenig Spanisch, das Portugiesisch verstehe ich überhaupt nicht. So merkte ich wenigstens, dass ich doch einiges Spanisch gelernt hatte.

Das Beste an der Stadt, neben den Wasserfällen, die weit außerhalb sind, ist das Casa de Ciclista,

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des ACCI, accociacao ciclista cataratas do iguacu, ein nettes, kleines, voll ausgestattetes Häuschen, dass fast die ganze Zeit für mich alleine hatte. Hier bin ich nun seit einer Woche! Luciano, ein Mitglied wohnt ganz in der Nähe, der Präsident des Clubs, Fabio, scheint der einzige zu sein der ein bisschen Englisch kann, mit ihm hatte ich vorher Kontakt, er kam um mich zu begrüssen.

Am Sonntag kam Ricardo, der etwas Spanisch sprach und ging mit mir zu dem Itaipu Staudamm. Davon hatte ich noch nie gehört, ist aber das Vorzeigeprojekt hier auf das (fast) alle ganz stolz sind.

DSC08284Sie sind der Meinung, es ist der größte Staudamm der Welt, ich glaube allerdings, der 3 Schluchten Staudamm in China ist größer.

Unglaublich wie viele Touristen, hauptsächlich Brasilianer, hier für Touren anstanden. Zuerst bekommt man einen Film zu sehen, in dem die Erfolgsstory erzählt wird. Alles nur prima. Und ich fragte mich, wie viele Menschen mussten umgesiedelt werden, wie viel Wald wurde überschwemmt etc. Es ist doch ein gewaltiger Eingriff in die Natur. Darüber kam natürlich nichts. Später las ich im Internet, dass auch ein Wasserfall fast so prächtig, wie Iguazu überschwemmt wurde.

Dann wurde man unter Hochsicherheitmassnahmen im Bus auf Gelände herum und um den Staudamm gefahren.

DSC08291Das ganze ist ein Binationales Projekt zwischen Brasilien und Paraguay.

DSC08314ein Potential für Konflikte, über die nicht berichtet wurde. So ein kleines, armes Land auf der einen und dieses Mächtige auf der anderen Seite. Man kann sich auf fragen, warum die Paraguayaner nicht darauf ebenso stolz sind und es nicht auch auf der anderen Seite solche, durchaus gewinnbringende Touren gibt.

Noch kurz einen Ausflug in das Brasilianische Eck des Dreiländereck, wo der Iguazu Fluss in den Parana Fluss fließt.
DSC08317so…weiter am  3. März, Karneval in Brasilien, aber nicht in dieser Ecke. Der eingangs erwähnte Regen hatte aufgehört und später am Nachmittag kam Ricardo mit Fahrrad um noch zu den Wasserfällen zu fahren. Da es ca 30km dorthin sind, meinte ich, es wäre wohl etwas spät. Von Luciano bekamen wir sein Auto, luden die Fahrräder ein und sind damit bis zum Parkanfang gefahren.

DSC08326Im Park ging es noch 11km bis zu den Fällen. War das herrlich durch den Nationalpark zu fahren, wo nur ab und zu ein offizieller Bus vorbei kam. Mit privaten PKWs kam man hier nicht rein. Ab und zu huschte so ein Tier
DSC08328ein Nasenbär (coati), über den Weg. Auch verschiedene Echsen waren zu sehen.

DSC08344Dann die Iguazu Fälle, einer der letzten Höhepunkte dieser Reise! Schon der erste Anblick hat mich total begeistert.

DSC08329Je näher man kam, desto grandioser wurde das Naturschauspiel.

DSC08350Kein Wunder, dass es sich so viele Leute anschauen wollten.
DSC08348Kaum ein Foto konnte man ohne irgend welchen Personen machen.
DSC08362Das war wirklich was vom Fantastischsten, das ich bisher gesehen habe.

Auf dem Weg aus dem Park sahen wir noch einen Turkan.

Kurz vor Torschluss erreichten wir wieder den Eingang und ich war froh, nur noch das Fahrrad in das Auto laden zu müssen. Ich war ganz schön fertig von den vielen Eindrücken.

Da man den Wasserfall von beiden Seiten aus sehen sollte, bin ich doch wieder kurz nach Argentinien zurueck.DSC08384

Hier konnte ich nicht mit dem Fahrrad in den Park hinein fahren, konnte es aber wohl bewacht am Eingang stehen lassen.

Das Gebiet ist viel größer als in Brasilien und wie ich später erfahren habe, wird ein zweitägiger Besuch empfohlen. (Außer in dem Sheraton Hotel kann man nicht in dem Park übernachten, man muss wieder kommen und ein zweites mal den hohen Eintrittspreis zahlen)

Ich hatte nur einen Tag eingeplant und war somit über fünf Stunden fast nur am Laufen. Zum Glück konnte man lange Strecke mit einer Bimmelbahn zurueck legen,
DSC08462Hier konnte ich mich dann auch ausruhen.

Ansonsten ging es über Gitterpfaden,

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kilometerweit über Flüsse und an Wasserfällen vorbei.

Wie auf der anderen Seite gab es auch hier in Massen die kleinen Nasenbären
DSC08386Auf den Stegen hatte man einen guten Blick in die Flüsse, sah Wasserschildkröten und sogar ein Kaiman

DSC08415Der Anblick der Fälle von dieser Seite war fast noch besser.
DSC08395Wagemutige und reiche konnten mit einem Boot direkt unter die Wasserfälle fahren.

DSC08444Da das Wetter so prima war, bekam ich dieses Mal auch Regenbogen zu sehen.

DSC08447auch doppelt

DSC08453über und unter mir,

DSC08457Gigantisch!

Leider ist der einfach Campingplatz, den es früher im Park, sehr Nahe an den Fällen gab, geschlossen. Vor der Stadt fand ich einen fantastischen Campingplatz mitten im Wald. Oskar, der Besitzer, hat viele Jahre im Park gearbeitet und konnte mir ein paar Insiderinformationen geben. Auch dort ist es nicht mehr so wie früher, deswegen hat er hier sich sein eigenes Paradies gebildet.

Bevor ich am nächsten Tag zurueck nach Brasilien bin, habe ich mir das Dreieck von Argentinischer Seite aus angeschaut.

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Die Stadt heißt Puerto Iguazu, ist viel kleiner als Foz auf brasilianischer Seite und viel touristischer. Im Park gab es wesentlich mehr ausländische Gruppen, es wurde viel englisch gesprochen, bekam auch englische Prospekte und habe mich mit einer Reisegruppe aus Israel unterhalten.

Gestern kamen drei brasilianische Radfahrer ins Casa de Ciclista. Trotz Sprachschwierigkeiten war es doch sehr unterhaltsam und witzig. Sie kommen aus Curitiba und sind genau die Strecke gefahren die ich in anderer Richtung fahren möchte. Sie fahren heute mit dem Bus wieder zurueck und ich freue mich richtig, morgen, Sonntag den 9.3., wieder weiter zu fahren. Diese Woche hier hat richtig gut getan, jetzt kribbelt es mir aber wieder mächtig in den Beinen.

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